Technik im Oberwallis

Das Breitbandnetz Oberwallis BBNO ist ein Kommunikationsnetz in HFC (Hybrid-Fibre-Coax) -Technologie. Bei der Realisierung kamen modernste Technologien für die Signalaufbereitung und die Übertragungssysteme zum Einsatz. Das technische Zentrum bildet die Kopfstation in Brig, wo sämtliche Fernseh- und Radioprogramme von über 10 Satelliten sowie über analoge und digitale Übertragungsstrecken empfangen und aufbereitet werden. Ebenso ist vorgesehen, den Internetfeed sowie den Datenverkehr über Hochgeschwindigkeitsverbindungen (Anbindung an nationalen Backbone) in diesem Zentrum aufzubereiten. In der Kopfstation werden die im Basisband zugeführten Signale auf HF-Träger mit Frequenzen zwischen 85 und 862 MHz moduliert und in die lokalen Verteilnetze Brig-Glis, Naters, Visp Saas-Fee, Zermatt und Leukerbad eingespiesen. Der Bereich zwischen 5 und 65 MHz ist für die Übermittlung von Kommunikationsdiensten reserviert.

Die lokalen Verteilnetze besitzen grundsätzlich eine Multisternstruktur und sind in drei Netzebenen unterteilt. In einer ersten Netzebene werden die in der Kopfstation breitbandig anliegenden elektrischen Signale mittels Lasersendern in optische Signale umgewandelt und sternförmig über Lichtwellenleiter zu den Primärpunkten (PP) geführt. Diese PP bestehen aus passiven optischen Verteilern, die das Lichtsignal einer Glasfaser auf bis zu acht Fasern aufteilt. Von hier werden die Lichtsignale wiederum sternförmig über Glasfasern zum Verteilverstärker (Node) transportiert. Im Node werden diese mittels optischen Empfängern in elektrische Signale zurückgewandelt. In der dritten Netzebene, welche von den Node bis zu den Hausanschlüssen reicht, werden die HF-Signale verstärkt und über Koaxialkabel und HF-Verteiler den Abonnenten zugeführt.

Der Rückweg (Datensignale) erfolgt ab der TV-Dose der Abonnenten über dasselbe Koaxialkabel und Rückwegverstärker zurück zum Node. Vom Node wird das elektrische Rückwegsignal via Lasersender in ein optisches Signal gewandelt und über Glasfaser zurück in die Kopfstation transportiert.

Die sogenannte vierte Netzebene bildet die Hausverteilanlage (HVA), die in den Zuständigkeitsbereich der Hauseigentümer fällt. Um den Investitionschutz für diese Hausinstallationen zu gewährleisten, wurden spezielle Richtlinien zu Handen des Fachhandels erlassen.

Mit dieser Netzkonzeption wurde eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Übertragung von Kommunikationsdiensten geschaffen, nämlich die unabhängigen, mit der Kopfstation verbundenen Zellen, die sogenannten Versorgungsinseln. Als Versorgungsinsel gelten alle Liegenschaften ab einem VV und umfasst durchschnittlich rund 40 Abonnenten. Damit können Übertragungskapazitäten von mehrfacher ISDN-Geschwindigkeiten problemlos realisiert werden.