Technik im Oberwallis
Das Breitbandnetz Oberwallis BBNO ist ein Kommunikationsnetz in HFC (Hybrid-Fibre-Coax) -Technologie. Bei der Realisierung kamen modernste Technologien für die Signalaufbereitung und die Übertragungssysteme zum Einsatz. Das technische Zentrum bildet die Kopfstation in Brig, wo sämtliche Fernseh- und Radioprogramme von über 10 Satelliten sowie über analoge und digitale Übertragungsstrecken empfangen und aufbereitet werden. Ebenso ist vorgesehen, den Internetfeed sowie den Datenverkehr über Hochgeschwindigkeitsverbindungen (Anbindung an nationalen Backbone) in diesem Zentrum aufzubereiten. In der Kopfstation werden die im Basisband zugeführten Signale auf HF-Träger mit Frequenzen zwischen 88 und 862 MHz moduliert und in die lokalen Verteilnetze Brig-Glis, Naters, Visp Saas-Fee, Zermatt und Leukerbad eingespiesen. Der Bereich zwischen 5 und 70 MHz ist für die Übermittlung von Kommunikationsdiensten reserviert.
Die lokalen Verteilnetze besitzen grundsätzlich eine Multisternstruktur und sind in drei Netzebenen unterteilt. In einer ersten Netzebene werden die in der Kopfstation breitbandig anliegenden elektrischen Signale mittels Lasersendern in optische Signale umgewandelt und sternförmig über Lichtwellenleiter zu den Primärpunkten (PP) geführt. Diese PP bestehen aus passiven optischen Verteilern, die das Lichtsignal einer Glasfaser auf bis zu acht Fasern aufteilt. Von hier werden die Lichtsignale wiederum sternförmig über Glasfasern zum Verteilverstärker (Node) transportiert. Im Node werden diese mittels optischen Empfängern in elektrische Signale zurückgewandelt. In der dritten Netzebene, welche von den Node bis zu den Hausanschlüssen reicht, werden die HF-Signale verstärkt und über Koaxialkabel und HF-Verteiler den Abonnenten zugeführt.
Der Rückweg (Datensignale) erfolgt ab der TV-Dose der Abonnenten über dasselbe Koaxialkabel und Rückwegverstärker zurück zum Node. Vom Node wird das elektrische Rückwegsignal via Lasersender in ein optisches Signal gewandelt und über Glasfaser zurück in die Kopfstation transportiert.
Die sogenannte vierte Netzebene bildet die Hausverteilanlage (HVA), die in den Zuständigkeitsbereich der Hauseigentümer fällt. Um den Investitionschutz für diese Hausinstallationen zu gewährleisten, wurden spezielle Richtlinien zu Handen des Fachhandels erlassen.
Mit dieser Netzkonzeption wurde eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Übertragung von Kommunikationsdiensten geschaffen, nämlich die unabhängigen, mit der Kopfstation verbundenen Zellen, die sogenannten Versorgungsinseln. Als Versorgungsinsel gelten alle Liegenschaften ab einem VV und umfasst durchschnittlich rund 40 Abonnenten. Damit können Übertragungskapazitäten von mehrfacher ISDN-Geschwindigkeiten problemlos realisiert werden.
Technik Digitnet
Der Übergang von der analogen zur digitalen Welt hat sich in den letzten Jahren erheblich beschleunigt. Bereits heute arbeitet ein grosser Teil der Telekommunikationstechnik auf diese Weise, beispielsweis das ISDN oder der Mobilfunk. Die Vorteile beim Einsatz digitaler Verfahren hinsichtlich grösserer Frequenzökonomie, optimierbarer Übertragungsqualität und multimedialer Anwendung sollen nun auch beim Hörfunk und Fernsehen genutzt werden.
Digitnet gehört zu der Familie der Digital Video Broadcasting Systeme, kurz DVB. In den letzten Jahren entwickelten sich die DVB-Systeme in einem unglaublichen Tempo. Die Übertragung digitaler Fernsehsignale zum Teilnehmer beruht auf dem digitalen Studiostandard ITU-R, die im Rahmen der Arbeiten der MPEG-Gruppe entstanden sind. Die digitalen Fernsehsignale können dabei auf drei unterschiedlichen Wegen zum Teilnehmer gelangen: Über Satellit (DVB-S), über Breitbandkabel (DVB-C) und über terrestrische Rundfunksender (DVB-T). Zum letzteren gehört das Digitnet.
Die Hauptvorteile der DVB-Systeme sind:
- Übertragung von wesentlich mehr Programmen
- Geeignet für Formen des Pay-TV
- Hochqualitativer Fernsehempfang
Um auf dem vorhandenen TV-Gerät DVB-Signale wiederzugeben, ist ein Zusatzgerät, die sogenannte Set-Top-Box erforderlich. Diese Box setzt das digitale Format der DVB-Signale in ein analoges Signal um, das dann dem Eingang eines herkömmlichen analogen TV-Gerätes zugeführt wird.
Alle DVB-Systeme enthalten folgende Gemeinsamkeiten:
- Bildcodierung im MPEG-2 Format
- Multiplexierung mit dem Ausgangsdatenfluss als MPEG-2 Transportstrom
- Fehlerschutz nach dem Reed-Solomon-Code
- Modulation und Kanalcodierung
- Scrambling-System
- Service - Informationen im Transportstrom
- Conditional Access Interface


